Kino

Monströse Verfilmung

„Rampage – Big Meets Bigger“: Ein Videospiel liefert Vorlage für Werk mit Dwayne Johnson

Ein weißer Riesengorilla, der Zeichensprache beherrscht, ein mutierter Wolf, der fliegen kann, und ein Krokodil von der Größe eines Ausflugsdampfers legen Chicago in Schutt und Asche. Dazwischen läuft Actionsstar Dwayne Johnson relativ gut gelaunt durch diese Zerstörungsorgie. Zugegeben – die Handlung von „Rampage - Big Meets Bigger“ klingt absurd und albern. Doch das Monsterspektakel ist überraschend unterhaltsam und eine Verfilmung, die ihrer Vorlage einigermaßen gerecht wird.

Der Film des kanadischen Regisseurs Brad Peyton („San Andreas“) basiert lose auf dem Videospiel „Rampage“, das erstmals 1986 erschien und s diverse Fortsetzungen nach sich zog. Der Spieler war hier zur Abwechslung der Bösewicht und musste als Affe, Werwolf oder Dinosaurier Hochhäuser in amerikanischen Städten zerstören und Menschen fressen. In der Kino-Verfilmung geht es um ein ähnliches Szenario.

Nach einem missglückten Gen-Experiment im All landen gefährliche Proben auf der Erde – in den Sümpfen der Everglades, den Wäldern von Wyoming und im Zoo von San Diego, wo Primatenforscher Davis Okoye (Dwayne Johnson) arbeitet. Rein zufällig ist Okoye ein ehemaliger Elite-Soldat und war Mitglied einer Spezialeinheit, die Wilderer bekämpfte. Sein bester Freund ist der weiße Gorilla George, den er als Baby gerettet, aufgezogen und ihm die Zeichensprache beigebracht hat.

Doch nachdem George mit den Proben des Gen-Experiments in Berührung gekommen ist, wächst er plötzlich rasant und wird aggressiv. Das ruft die Gentechnikerin Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris) auf den Plan, die ein Geheimnis hat. Noch bevor Okoye und Caldwell ein Gegenmittel finden, stellen sie fest, dass auch ein Krokodil in den Everglades und ein Wolf in Wyoming mutiert sind. Die Monster werden durch ein Signal nach Chicago gelockt, wo die Bosse des Gen-Konzerns Energyne im Chaos Spuren verwischen wollen.

Dwayne Johnson spielt im Kern auch jetzt wieder die Figur, die er in jedem Film von „G.I. Joe“ über „Fast & Furious 6“ (oder 7) bis „Baywatch“ spielt: den Ex-Wrestler Johnson alias „The Rock“. Aber als solcher ist er sympathisch. Naomie Harris, die Miss Moneypenny in den James-Bond-Filmen „Skyfall“ und „Spectre“, fällt als klischeehafte Wissenschaftlerin mit gutem Herzen nicht weiter auf. Amüsant dagegen ist Jeffrey Dean Morgan als sarkastischer Agent. Regisseur Peyton und Muskelpaket Johnson arbeiteten schon beim Katastrophenfilm „San Andreas“ zusammen. Auch bei „Rampage“ geht es in erster Linie um den Spaß an der Zerstörung. Das Chaos und die dafür verantwortlichen Monster wurden visuell ansehnlich inszeniert, wobei der fliegende Wolf noch alberner aussieht als so manche Kreatur in alten „Godzilla“-Filmen. Das mutierte Krokodil könnte mit dem japanischen Artgenossen verwandt sein. George ist natürlich die Albino-Variante von „King Kong“.

Die Frage nach dem Warum ist überflüssig. Okoyes Appell gegen Wilderei als Botschaft des Films zu werten, ginge zu weit. Auch die Macher nehmen ihr Werk nicht allzu ernst. „Na klar, der Wolf kann fliegen“, sagt Okoye selbstironisch in einer Szene. Bevor im Sommer das Dinosaurier-Abenteuer „Jurassic World“ in die sechste Runde geht und in „Meg“ ein gigantischer Urzeit-Hai angreift, kommen Monsterfans hier schon jetzt auf ihre Kosten.