Kino

Nichts ist unmöglich

„Mission Impossible – Fallout“: Tom Cruise zeigt erneut als Superagent Ethan Hunt keine Ermüdungserscheinungen

Seit 1996 firmiert Tom Cruise als Produzent und Star der „Mission: Impossible“-Abenteuer, gerne wird kolportiert, dass der dabei vor der Kamera die gewagtesten Stunts selbst übernimmt. Eine Behauptung, die mit Vorsicht zu genießen ist, eingedenk der Versicherungskosten, die entstehen würden, sollte er sich bei einem seiner gewagten Kunststücke verletzen.

Alleine den Dreh verschieben zu müssen, käme einer Katastrophe gleich. Cruise ist ohne Frage das Zugpferd der auf der Hit-Serie „Kobra, übernehmen Sie“ (1966 - 1973) basierenden Erfolgsreihe, 2,8 Milliarden Dollar Umsatz machen die Serie zu einer der erfolgreichsten der Filmgeschichte – keine Frage, dass man sich nun auch bei „Mission: Impossible – Fallout“, mit Rekordzahlen rechnet.

Altbekannte Figuren

Die Kulmination der fünf Vorgängerfilme hat Cruise, die Werbetrommel gewohnt emsig rührend, im Vorfeld versprochen, alle noch offenen Fragen sollen diesmal geklärt werden. Als Ethan Hunt, Anführer eines Teams der Impossible Missions Force (IMF), geht er auf Weltenrettung, bei der altbekannte Figuren wiederauftauchen und frühere Handlungsfäden aufgegriffen werden.

Gleich zu Beginn – Lalo Schifrins legendäre Fünfvierteltakt-Erkennungsmelodie hat einen schon entsprechend eingestimmt – kommt eine Ausgabe von Homers „Odyssee“ ins Bild – ein Verweis auf die gefährliche Reise, die den Protagonisten bevorsteht. Dazu Cruise, von der griechischen Sage „inspiriert“: „Es ist eine epische persönliche Geschichte, emotional geht es für die Figuren um alles oder nichts.“

Soweit zum Tiefgang, nun folgen knapp zweieinhalb Stunden Action nonstop. Entsprechend dünn ist die Story nach dem Drehbuch von Regisseur und Cruise-Intimus Christopher McQuarrie („Jack Reacher“). Von IMF-Chef Alan Hunley (Alec Baldwin) bekommen Hunt und seine bewährten Mitarbeiter Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhames) den Auftrag, zu verhindern, dass drei waffentaugliche Plutoniumkugeln in den Besitz einer Terroristengruppe namens „Die Apostel“ gelangen.

Der (erste) Versuch schlägt fehl. Dies ruft die CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett) auf den Plan, die ihrerseits Spion August Walker (Henry Cavill) – Achtung: verräterischer Schnurrbart! : auf die „unmöglichen Mission“ schickt...

In bewährter „Drei-Wetter-Taft“-Manier geht’s um den Globus. London, Paris... und final in den Himalaya nach Kaschmir. Der Reiseveranstalter Thomas Cook wäre ob so eines Imagefilms begeistert. Dazu Cruise auf dem Motorrad, am Steuerknüppel eines Hubschraubers, im Stil eines Freeclimbers in der Felswand. Alles schon da gewesen, jede Szene hat man so oder ähnlich schon gesehen – aber nicht so spektakulär. Atemberaubend, schnell, ist die Inszenierung, ein halsbrecherischer Stunt jagt den nächsten – im eigentlich überflüssigen 3D. Auf die Gummimasken zwecks Täuschung der Gegner wird ebenso wenig verzichtet wie auf die agilen Damen, die sich gewohnt nach Ethan verzehren.

Starke Frauen

Michelle Monaghan („Kiss Kiss Bang Bang“) macht als (Ex-) Gattin ebenso „bella figura“ wie Rebecca Ferguson („Greatest Showman“) als britische MI6-Kampfmaschine und Neuzugang Vanessa Kirby („Ein ganzes halbes Jahr“) als zwielichtige White Widow – sprich das Make-up sitzt und ihre Waffen und Fäuste finden punktgenau das Ziel. Simon Pegg („Shaun oft the Dead“) ist für die komischen Einlagen zuständig.

Ving Rhames („Pulp Fiction“) sorgt derweil – neben seiner Funktion als Technik-Guru – für die nötige Masse in der Schwergewichtsklasse. Da übersieht man gerne die zahlreichen Logiklücken und alle Unwahrscheinlichkeiten. Blockbuster-Unterhaltung ist hier angesagt. Entertainment pur – Gehirn ausschalten und durch!