Kino

Ohne erzählerischen Mehrwert

„Club der roten Bänder“: Film zur Vorgeschichte der Fernsehserie liefert keine neuen Erkenntnisse

Über den Tod spricht man nur ungern. Und dennoch gibt es ein Bedürfnis, wie der Erfolg der Fernsehserie „Club der roten Bänder“ auf Vox gezeigt hat. Darin verbünden sich sechs schwerkranke Jugendliche, um gemeinsam ihrem Schicksal zu trotzen. Als der Sender das Ende beschloss, überraschte der Schritt. Doch da der Hype noch spürbar ist, beenden die Serienschaffenden ihr Projekt nun im Kino.

Der Film erzählt die Vorgeschichte: Nach einer Krebsdiagnose muss Leo (Tim Oliver Schulz) nicht nur das Bein amputiert werden, auch seine Mutter stirbt an den Folgen eines wiederkehrenden Tumors. Derweil bekommt die essgestörte Emma (Luise Befort) Probleme mit der Polizei. Der Bruder von Jonas (Damian Hardung) hört selbst dann nicht auf, diesen zu schikanieren, als er mit einer schlimmen Diagnose konfrontiert wird. Alex (Timur Bartels) leidet unter dem Weggang seiner Mutter, der autistische Toni (Ivo Kortlang) wiederum versucht verzweifelt, Freunde zu finden, und Hugo (Nick Julius Schuck) liegt nach einem Unfall im Koma.

In „Wie alles begann“ steht Leo im Mittelpunkt. Abwegig ist das nicht, schließlich wird er zu Beginn der Serie als derjenige etabliert, der von allen die längste Zeit im Krankenhaus verbringt. Darüber hinaus ist seine Lebensgeschichte die mit dem größten Mehrwert: Krebserkrankung, Tod der Mutter, Bruch mit dem Vater, Amputation und ein dauerhafter Krankenhausaufenthalt – das allein rechtfertigt bereits einen Film. Während man über ihn Neues erfährt, wirken die anderen Figuren ergänzend, jedoch nie so ausgereift, dass der Film auch für Zuschauer interessant wird, die mit der Serie bislang nichts anfangen können.

Für sie besitzt der Film keinen erzählerischen Mehrwert. Kein Wunder: Das wirklich Interessante passiert ja ohnehin erst in der Serie, also danach. Fans aber, die wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht, wird das nicht stören.