Kino

„The Happytime Murders“: Eine derb-komische Actionkomödie mit Melissa McCarthy

Puppen, Mord – und Sex

Mit den kinderfreundlichen Muppet-Figuren wie Kermit, dem Frosch, und der Schweinedame Miss Piggy haben die Handpuppen aus „The Happytime Murders“ wenig gemeinsam. Diese Film-Marionetten haben es stattdessen faustdick hinter den Filzohren: Sie schauen sich Pornofilme an, sind vulgär, prügeln sich und haben Sex.

Mittendrin geht Melissa McCarthy voll unter die Gürtellinie. Sorgt die Hollywood-Komikerin („Taffe Mädels“) sonst eher für Lacher, teilt sie jetzt derbe Sprüche und Fausthiebe auf empfindliche Körperteile aus. Sie spielt die Detektivin Connie Edwards, die in der Unterwelt von Los Angeles einer brutalen Serie von Puppenmorden nachgeht. Die eigentliche (Puppen)-Hauptfigur ist der frühere Polizist Phil Phillips, der als kettenrauchender Privatdetektiv in das Gemetzel verwickelt wird. Opfer sind die inzwischen vergessenen Mitglieder der früheren Fernsehshow „The Happytime Gang“.

Für die Puppen in „The Happytime Murders“ ist das Leben wenig spaßig. Sie fristen ein erbärmliches Dasein als Bürger zweiter Klasse, werden von Hunden angebellt, von Kindern verprügelt, von Erwachsenen schräg angeschaut. Ihr Leben spielt sich im Rotlichtviertel ab, mit käuflichem Sex und harten Drogen, sie schnupfen Zucker statt Kokain.

Was die Puppen so treiben, wenn Kinder nicht hinschauen – so werben die Filmemacher im Trailer für den derben Kinospaß. Die Figuren mögen grundverschieden sein, doch tatsächlich gibt es eine Verbindung zu den jugendfreien Puppen der „Sesamstraße“ und der „Muppet Show“, die der legendäre US-Puppenmeister Jim Henson erschaffen hatte. Sein Sohn Brian Henson hat die derbe „Happytime Murders“-Geschichte für erwachsene Zuschauer inszeniert.

In den USA erhielt das Werk die strikte „R“-Freigabe: Jugendliche unter 17 Jahren dürfen den Film mit expliziten Sex-Szenen nur mit einem Elternteil oder einem erwachsenen Begleiter sehen. In Deutschland ist er dagegen schon ab 12 Jahren freigegeben.

Der dreckige Humor hat es in sich. So raunzt Ex-Cop Phil einen FBI-Beamten an, wofür die drei Buchstaben wohl stehen: Fickender blöder Idiot, kommt der Filzpuppe über die Lippe. Ihr Jungfernhäutchen sei bestimmt gerissen, lamentiert McCarthy alias Connie Edwards, als die Detektivin beim Einsatz gegen eine Tür kracht. Und es bleibt nicht nur bei verbalen Ausrutschern.

Der anfangs witzige Schockeffekt wird leider sehr schnell alt. Das Drehbuch hat weder Humor noch eine überzeugende Story. Neben McCarthy legen sich Maya Rudolph als Sekretärin und Elizabeth Banks als Nachtclubtänzerin ins Zeug, doch auch die Schauspielerinnen können das Puppentheater nicht retten.