Kino

Sauberkeit im Netz

„The Cleaners“: Wie im Internet geputzt wird

Sie sind so etwas wie die anonymen Saubermacher im Maschinenraum des Internets: Menschen, deren Jobs es ist, Gewalt, Nacktheit, Beleidigungen, Terror-Propaganda und verstörende Inhalte aus Online-Plattformen zu räumen. Es ist eine Industrie, die Zehntausende Menschen beschäftigt. Der Dokumentarfilm „The Cleaners“ folgt dem Alltag einiger von ihnen, in Manila auf den Philippinen.

Die Stadt wurde zu einem globalen Zentrum für die Netz-Putzkolonnen – viele Einwohner sprechen ausreichend gut Englisch, die Gehälter sind für westliche Verhältnisse niedrig. Also sitzen hier täglich Tausende vor allem junge Leute vor dem Computer und wühlen sich auch durch Dinge, die kein Mensch zu sehen bekommen sollte. In Medienartikeln wurden sie schon als Müllabfuhr des Internets vorgestellt, „The Cleaners“ gibt nun einem breiteren Publikum die Möglichkeit, eine Handvoll von ihnen etwas näher kennenzulernen.

Die elegant gedrehte Dokumentation vermittelt ein Bild davon, was der Job mit der Psyche anrichten kann. Da ist die Geschichte vom Prüfer, dessen Spezialisierung Selbstverstümmelung war, der sich umbrachte. Alpträume sind alltäglich. Und dabei sind die Mitarbeiter durch eine Schicht von Subunternehmern von den Internet-Konzernen, für die sie eigentlich arbeiten, getrennt. Einige von ihnen sammeln Müll auf der Straße auf, um die Sachen zu verkaufen und sich so über Wasser zu halten.

Die Autoren von „The Cleaners“, Moritz Riesewieck und Hans Block, wollen auch eine weitere Dimension des Problems zeigen: Wie zum Beispiel das Filtern der Inhalte auch soziale Kritik verstummen lassen kann – und wie die Verbreitung gefälschter Nachrichten bei Facebook zur Vertreibung der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar beitrug.