Kino

Sieben auf einen Streich

"What happened to monday": Noomi Rapace in düsterer Zukunftswelt

Der Science-Fiction-Film "What Happened To Monday?" treibt das Prinzip der Mehrfachrolle auf die Spitze. Schauspielerin Noomi Rapace schlägt sich gleich in sieben Rollen durch eine grimmige Zukunftswelt, die an Überbevölkerung leidet.

Es gibt verschiedene Wege, sich die Zukunft vorzustellen: Das Popcornkino-Spektakel, das irgendwo im langen Fahrwasser von "Blade Runner" zu verorten ist, entwirft eine Welt im Jahr 2073. Wegen der völligen Überbevölkerung des Planeten hat sich eine Regierungsbehörde zur Aufgabe gemacht, eine rigorose Ein-Kind-Politik durchzudrücken.

Werden Geschwister geboren, sammeln grimmige Beamte den Nachwuchs ein. Das vermeintlich humane Versprechen: Die Kinder werden eingefroren und erst dann wieder aufgetaut, wenn man das Bevölkerungs-und Ressourcen-Problem in den Griff bekommen hat.

Der Film des Norwegers Tommy Wirkola stellt damit eine Grundfrage: Welche sozialen Auswirkungen wird das Bevölkerungswachstum haben? Doch keine Sorge: Der Regisseur, der auch das schießwütige Märchen-Action-Spektakel "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" drehte, bittet nicht zum politologischen Grundseminar. Er findet irgendwann eine recht eigenwillige Antwort auf das Problem Überbevölkerung: Es wird ordentlich geprügelt und geballert. Dazu passt die markante Schwedin Noomi Rapace ("Millennium"-Trilogie, "Prometheus - Dunkle Zeichen") in der Hauptrolle. So simpel die Grundidee von "What Happened To Monday?" zunächst sein mag, so kompliziert wird sie weitergesponnen.

Sieben werden zu Einer

Siebenlinge sind unter der herrschenden Ein-Kind-Doktrin natürlich eine Art Verbrechen. Aber der Großvater, gespielt von Willem Dafoe, bringt die Schwestern rechtzeitig vor den staatlichen Häschern in Sicherheit. Um nicht aufzufliegen, müssen sie sich fortan alle ein einziges Leben teilen. Benannt werden sie nach Wochentagen, an jedem Tag der Woche darf nur eine das Haus verlassen und in die gemeinsame Identität Karen Settman schlüpfen. Das Modell scheitert erst, als eine von ihnen eines Tages nicht zurückkehrt.

Dass Mehrfachrollen nicht immer für Qualität stehen, weiß die Kino-Geschichte spätestens nach der fragwürdigen Komödie "Norbit" mit Eddie Murphy.

Rapace macht ihre Sache allerdings gut, auch wenn die Siebenlinge geradezu brachial mit unterschiedlichen Charakterzügen und Klamotten ausgestattet werden, um sie unterscheiden zu können: Tuesday ist die Kifferin, Friday der Nerd, Saturday das Party-Girl.

Der Film hebt sich dennoch angenehm ab vom üblichen Action-Kino - nicht nur, weil der Plot eine interessante Wendung nimmt. Als Gegenspielerin der Settmans hat man eine Idealbesetzung gefunden: Glenn Close. Dass die es mit nahezu identisch aussehenden Protagonisten aufnehmen kann, ist bekannt - sie war schon die Pelzliebhaberin Cruella De Vil in "101 Dalmatiner".