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„maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone“: Finale der Sci-Fi-Serie nach Buchreihe

Das Labyrinth von Teil eins, die große, teilweise bewaldete Lichtung, die von hohen Mauern umgeben war, hat man im letzten Teil der „Maze Runner“-Trilogie längst verlassen. In einem Jeep rast Thomas (Dylan O’Brien) mit einer Handvoll Widerstandskämpfer, Gladers genannt, durch die Brandwüste. Einem Güterzug jagen sie hinterher. In voller Fahrt entern sie einen der Waggons, den sie abkoppeln und mit Hilfe eines von einem anderen Team gekaperten Flugzeugs in ihr Versteck abtransportieren. Gekidnappte Jugendliche befreien sie – Gefangene des WCKD-Konzerns, die für lebensgefährliche Versuche gebraucht werden.

An die „Mad Max“-Abenteuer erinnert die furios umgesetzte Eröffnungssequenz, die im Prinzip nichts anderes ist als ein modernes Update des aus Western bekannten Motivs, in dem Outlaws mit List und Tücke ein Dampfross kapern. Überhaupt scheint Wes Ball, der zum dritten Mal auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, ein Kinofreak zu sein, der sich mit viel Spaß durch die Filmhistorie plündert.

Kurz darf nach der Eröffnung verschnauft werden, dann geht’s schon in die „Last City“. Die Herrschaften von WCKD haben hier das Sagen, darunter die Wissenschaftlerin Ava Paige (Patricia Clarkson) und ihr skrupelloser Sicherheitschef Janson (Aidan Gillen). Alte Bekannte, die man aus den Vorläuferfilmen kennt, die ebenfalls auf James Dashners zwischen 2009 und 2013 erschienener, Teen-affiner Roman-Trilogie „Die Auserwählten“ basieren.

Die Parallelen zum Schulklassiker „Herr der Fliegen“ oder zum „Die Tribute von Panem“-Zyklus sind offensichtlich. Auf dem Weg in die „Letzte Stadt“ muss ein Tunnel passiert werden, in dem die Nachfahren von George A. Romeros „Crazies“ bzw. die Untoten aus „The Walking Dead“ lauern. Bissig, hungrig, seelenlos... Tempo ist Trumpf, halsbrecherische Rettungsaktionen in letzter Sekunde gibt es reichlich, überraschender Weise verlieren aber auch einige Sympathieträger im Verlauf der wendungsreichen und häufig nicht ganz schlüssigen Handlung (Drehbuch: T.S. Nowlin) ihr Leben. Eine grassierende Pandemie gilt es einzudämmen, nur Wenige sind gegen die Krankheit immun. Das Geheimnis um den Virus findet sich hinter dem Schutzwall, der die Hochhaus-Metropole mit ihren funkelnden Leuchtreklametafeln umgibt. Kaum ist man aus einem Irrgarten entflohen, muss man schon in den nächsten... Auf alte Freunde, die vermeintlich zu Feinden geworden sind, trifft man. In Fritz Langs „Metropolis“ wähnt man sich nun, wenig würde es verwundern, würde plötzlich ein „Blade Runner“ auftauchen. Die Versatzstücke sind ebenso geläufig wie die Figuren, die Zeichen stehen auf Action, und im Subtext wird der Wert von Freundschaft, Loyalität und Zusammenhalt verhandelt.

Etwas mehr Sorgfalt in Sachen Drehbuch und Dialoge wäre wünschenswert gewesen, zynisch und fragwürdig ist der Einfall, die Weltbevölkerung mittels einer Seuche zu reduzieren, um dann mit den resistenten Überlebenden eine „schöne neue Welt“ zu erschaffen. Aber das lässt sich dank Nonstop-Feuerwerk und Tricktechnikspektakel leicht übersehen. Auf Popcorn-Unterhaltung stehen die Zeichen – und die ist, schaltet man den Verstand aus und fiebert mit den schlagfertigen und fintenreichen Kids mit, durchaus gegeben.