Kino

Teenager steigt zum Drogenboss auf

Archivartikel

„White Boy Rick“: Familiendrama mit Matthew McConaughey

Anfang der 1980er Jahre: In Detroit ist der „Amerikanische Traum“ geplatzt. Der 14-jährige Rick lebt mit seinem alleinerziehenden Vater Richard (Matthew McConaughey) und der drogensüchtigen Schwester Dawn in einem Viertel, das bessere Tage gesehen hat.

Als Rick (Richie Merritt) sich mit einigen Dealern einlässt, wird er von zwei FBI-Agenten als Undercover-Spitzel engagiert. Kometenhaft steigt Rick in der Hierarchie der Drogenkartelle auf, obwohl sein notorisch erfolgloser Vater, der sich und seine Familie mit kleinen Waffengeschäften über Wasser hält, seinen Sohn gewarnt hat. Die erste Katastrophe kommt, als Rick von einem der Gangmitglieder angeschossen wird.

Der in Paris geborene Regisseur Yann Demange legt mit „White Boy Rick“ eine stark gespielte Melange aus Familiendrama und Drogenthriller vor. Sein Film basiert auf der Lebensgeschichte des Dealers Rick Wershe Jr., der 1987 trotz seiner Informantentätigkeit für die Polizei im Alter von 17 Jahren in Michigan zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt wurde.

Das drakonische Urteil steht am Ende eines Films, der sich zunächst als starkes Drama über eine kaputte Familie erweist. Problematisch wird es im zweiten Teil, der den Aufstieg von Rick zum Drogenboss schildert. Das Milieu bleibt schemenhaft, die Protagonisten austauschbar. Trotzdem überzeugt Matthew McConaughey als Exzentriker. Daneben behauptet sich Newcomer Richie Merritt mehr als beachtlich: Er spielt den juvenilen Drogenboss mit einer coolen Mischung aus Naivität und Durchtriebenheit. dpa