Kino

Unentdeckter Verrat

Archivartikel

„Geheimnis eines Lebens“: Judi Dench spielt eine gealterte, erst spät aufgeflogene Spionin

Wenn man Schauspielerin Judi Dench für einen Film gewinnt, bedeutet das eigentlich Gutes. Die Grande Dame des britischen Kinos ist nun in „Geheimnis eines Lebens“ zu sehen. Die 84-Jährige spielt eine gealterte Forscherin namens Joan Stanley. Plötzlich steht der Geheimdienst MI5 vor Joans Tür, sie soll während des Zweiten Weltkriegs Forschungsergebnisse zur Atombombe an die Russen weitergegeben haben.

Der Film beruft sich auf die wahre Geschichte der Physikerin Melita Norwood, die Geheimnisse aus dem britischen Atomwaffen-Forschungsprogramm verraten haben soll und erst 1999 enttarnt wurde.

Der Film setzt genau in diesem Moment ein, wechselt dann aber zu langen Rückblenden. Man sieht, wie die junge Joan (Sophie Cookson) in den 1930ern in Cambridge studiert, linke Kommilitonen kennenlernt und in Diskussionsrunden rumhängt. Später wird sie als Physikerin für ein Forschungsprojekt angeworben. Im Wettrüsten des Kriegs gerät sie zwischen die Fronten.

Was mit packenden Szenen aus der Gegenwart und einer starken Judi Dench beginnt, wird später zum hübsch ausgestatteten Historiendrama. Dem Film von Regisseur Trevor Nunn hätte es gut getan, länger auf Dench zu setzen.