Kino

Vor allem die Spannung fehlt

„Nach einer wahren Geschichte“: Roman Polanski zeigt sich im neuen Film eher schwach

Es ist ein spannender, aber auch bekannter Stoff, den Roman Polanski für seinen Film „Nach einer wahren Geschichte“ nutzt. Der Regisseur, der lange vor „MeToo“ wegen sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen geriet, erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Delphine (Emmanuelle Seigner), die am Ende ihrer Kräfte ist. Obwohl ihr letztes Buch ein Bestseller wurde, leidet sie unter einer Schreibblockade.

Ein Umstand, der auch mit dem Inhalt dieses Romans zusammenhängt. Darin geht es um das schwierige Verhältnis zu ihrer Familie, das ihr seit Kindheitstagen viel abverlangt. Eines Tages lernt sie zwischen Autogrammstunden und Interviews eine charmante Frau namens Elle (Eva Green) kennen. Für Delphine wird sie zu einer Art Muse, die sie zu immer neuen Gedankengängen inspiriert. Auch sonst steht Elle Delphine in allen Lebenslagen zur Seite, bis sie sich eines Tages sogar für sie ausgibt, um Delphine den Druck der Öffentlichkeit zu ersparen.

Schließlich beginnt die Autorin, über Elle zu schreiben und scheint darin endlich das Thema für ihren nächsten Bestseller gefunden zu haben. Doch Elle hat ganz andere Pläne, die Delphine zu spät durchschaut....

Roman Polanski greift in der Verfilmung des Romans „Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine du Vigan ein altbekanntes Thema auf: eine langsam dem Wahnsinn verfallende Schriftstellerin und die Gründe dafür. Seine größte Aufgabe hätte darin bestanden, diesem Konzept neue Perspektiven abzugewinnen, doch der Film käut in erster Linie Klischees wieder.

Da sich die beiden Hauptfiguren nicht nur frappierend ähnlich sehen und die eine Frau nach und nach die Rolle der anderen übernimmt, kann man sich mit der Zeit denken, wohin die Reise geht. Auch inszenatorisch ist „Nach einer wahren Geschichte“ eher ein Understatement. Weder visuell noch akustisch kann Polanski ausgleichen, was dem Film erzählerisch an Spannung fehlt.