Kommentar

1:0 für die Tradition

Archivartikel

Der Nachlass der pfälzischen Fußball-Legende Fritz Walter bleibt „dehääm“! FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger hat die Sammlung erworben und so die geplante Auktion verhindert. Das ist eine große Geste, die Respekt verdient. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die schlimmsten Alpträume der Fans wohl tatsächlich bewahrheitet hätten: Für bedeutende Erinnerungsstücke des Weltmeisterkapitäns von 1954 gab es bereits Angebote aus dem fernen Ausland. China, Brasilien, Argentinien. Der Nachlass Walters lief Gefahr, über die ganze Welt verteilt zu werden.

Verantwortlich dafür wäre auch der DFB gewesen, der sich frühzeitig um die Sicherung des Erbes seines ersten Ehrenspielführers hätte kümmern müssen. Umso wichtiger ist es, dass kurz vor knapp dennoch eine Lösung gefunden wurde. Gerade der Einsatz Layenbergers ist aller Ehren wert. Doch auch vor der Familie Lutzi müssen einige Fans Abbitte leisten. Die Hexenjagd gegen die Erben Walters war unangemessen. Sie hatten sich die Auktion ebenfalls nicht gewünscht. Im Sinne der Tradition haben sie nun sogar auf viel Geld verzichtet. Auch ihnen sollte die Fußballwelt dankbar sein. Denn der Gedanke daran, dass Erinnerungsstücke einer der größten Legenden der deutschen Sportgeschichte als Statussymbol im Büro eines chinesischen Geschäftsmanns verstauben, ist für den Romantiker kaum zu ertragen.

 
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