Kommentar

Öffnung mit Vielfalt für alle

Archivartikel

Stefan M. Dettlinger lobt die Kunsthalle für die Auftaktausstellungen

Es ist ein wahrer Paukenschlag, mit dem die neue Kunsthalle heute eröffnet. Nicht nur vom Gebäude mit seiner stadtähnlichen Struktur ist hier die Rede, sondern vom Programm, also den vier Ausstellungen, die Direktorin Ulrike Lorenz und ihr Team für den Komplex zusammengestellt und kuratiert haben und die heute Abend zeitgleich eröffnen.

Klar, im Zentrum steht die große Sonderschau „Jeff Wall. Appearance“. Mit ihr zeigt das Haus am Friedrichsplatz eindrücklich, dass es sich mit der Fotografie einer Gattung öffnet, die dort bislang eher stiefmütterlich behandelt wurde – obwohl sie längst eine anerkannte künstlerische Spielform geworden ist. Bislang spielte Fotografie vor allem in den Reiss-Engelhorn-Museen eine Rolle, wo auch der Nachlass von Mannheims Starfotograf Robert Häusser eine Heimat gefunden hat. Zusammen mit der Kunsthalle entsteht nun ein interessanter Zweiklang.

Wichtig für ein Museum, das, wie Ulrike Lorenz es ausdrückt, „als offenes, partizipatives Museum Menschen aller Generationen und Kulturen ansprechen“ will, ist aber auch die Vielfalt. Und dass gelungen ist, sich gleichzeitig einem Mannheimer Hofmaler des 18. Jahrhunderts (Carl Kuntz), der (Sammlungs-)Geschichte des Hauses und im Speziellen der zwischen 1933 und 1945 zu widmen, lässt die Hoffnung zu, dass das Ziel, ein Ort für alle zu sein, erreicht werden könnte.

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