Kommentar

Überflüssige Sperenzchen

Thorsten Langscheid fordert schnellere Informationen

Es läuft immer nach dem gleichem Schema ab: Scheibchenweise kommt heraus, dass die Belastungen durch die PFC-Substanzen doch erheblich sind und deutlich größer, als zu Beginn angenommen. Dass Landwirte und Imker im Mannheimer Norden kein gesteigertes Interesse daran haben, dass die Problematik öffentlich diskutiert wird, kann man zwar nachvollziehen – schließlich wollen sie ihre Agrarprodukte gewinnbringend verkaufen. Aber so geht’s natürlich nicht.

Deswegen ist es grundsätzlich gut, dass die Behörden engmaschig kontrollieren und bislang auch durchaus umfassend informieren. Was das Regierungspräsidium jetzt reitet, möglicherweise neue Erkenntnisse zum Thema belasteten Honig der Öffentlichkeit einfach mal so übers Wochenende vorzuenthalten, ist dagegen in keiner Weise nachvollziehbar. Aber klar ist: so geht’s natürlich auch nicht.

Also nehmen wir zugunsten der sonst recht ordentlich arbeitenden Regierungsbehörde an, dass zwischen Pressestelle und Fachabteilung Unlust, Unkenntnis, Unbekümmertheit oder etwas in der Art dazu geführt hat, dass man am Freitag halt keine Auskunft mehr gibt, sondern erst am Dienstag. Muss sich die Öffentlichkeit ein paar Tage gedulden. Was solls?

Dass man damit dem Verlust von Vertrauen in den Staat, der sonst wortreich beklagt wird, Vorschub leistet – darüber könnte man in Karlsruhe in diesem Zusammenhang einmal nachdenken. Die viele Arbeit für die gar nicht schlecht gemachten PFC-Infoseiten im Internet stellt das Regierungspräsidium mit solchen Kommunikations-Sperenzchen leider in Frage.

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