Kommentar

Abgründe in der AfD

Steffen Mack über den Streit des Kreisvorstands mit Rüdiger Klos

Streit zwischen einem Kreisvorstand und seinem Abgeordneten gibt es auch in anderen Parteien immer wieder. Aber die Schlammschlacht zwischen der Mannheimer AfD-Spitze und Rüdiger Klos ist mehr als außergewöhnlich. Sie wird in aller Öffentlichkeit ausgetragen, beide Seiten bezichtigen einander der Verleumdung und überziehen sich mit Vorwürfen. Wer im Recht ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Jeder Beobachter sollte selbst entscheiden, wen er für glaubwürdiger hält. Analytisch betrachtet, lässt sich nur eines mit Sicherheit sagen: Dieser Konflikt wird nicht mehr beizulegen sein, die persönlichen Feindschaften sind abgrundtief. Am Ende muss es einen Verlierer geben. Mindestens einen.

Auf einer Mitgliederversammlung hat der Kreisvorstand um Robert Schmidt die Eskalation des Streits öffentlich gemacht. Keiner kann sich nunmehr wundern, wenn die AfD bei der nächsten Landtagswahl im Mannheimer Norden ihren Abgeordneten nicht mehr aufstellt. Die von Schmidt gewünschte Ermächtigung, bei Bedarf rechtliche Schritte gegen Klos einzuleiten, ging der Basis indes zu weit. Dennoch scheinen die Mitglieder mehrheitlich klar hinter ihrem wiedergewählten Vorstandssprecher zu stehen. Um das noch drehen zu können, müsste Klos hier deutlich mehr Präsenz zeigen.

Aber auch Schmidt und seine Mitstreiter sollten sich nicht zu sicher fühlen. Dass die Führung der Mannheimer AfD parteiintern zu den Gemäßigtsten zählt, mag ihr in der politischen Mitte Zustimmung bringen. Aber auf Bundesebene setzen sich derzeit die radikaleren Kräfte durch. Das könnte auch in Mannheim noch zum Problem werden.

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