Kommentar

Ändern, ohne zu verbieten

Wolfgang Mulke über eine CO2-Steuer für SUVs

In Umfragen geben sich die deutschen Verbraucher gerne umweltfreundlich. In der Praxis gehen allzu oft Bequemlichkeit oder Statusdenken vor. Anders ist der Hang zu wuchtigen Geländewagen und SUVs kaum zu erklären. Dabei ist jedem Verbraucher klar, dass große und schwere Fahrzeuge das Klima stärker belasten als Modelle der mittleren Gewichtsklasse. Bei der Herstellung werden mehr Rohstoffe benötigt, und der Kraftstoffverbrauch ist höher als bei kleineren Wagen. Damit ist auch die CO2-Bilanz schlechter. Und trotzdem steigt ihr Anteil an den verkauften Neuwagen permanent an.

Individuell mag es gute Gründe für den Kauf eines SUVs und Geländewagen geben. Kollektiv ist die Entwicklung nicht zu rechtfertigen. Um die Klimaschäden in Grenzen zu halten, muss der CO2-Ausstoß im Verkehr sinken, und das massiv. Wenn schon E-Mobile derzeit noch nicht wettbewerbsfähig sind, kann jeder Kunde mit seiner Kaufentscheidung dennoch etwas dazu beitragen. Da dies nicht geschieht, ist der Gesetzgeber nun gefragt. Besonders schwere Neufahrzeuge steuerlich zu belasten und den Kauf sauberer Fahrzeuge zu fördern, wie es das Umweltbundesamt jetzt verlangt, ist längst überfällig. Der Schritt könnte dazu beitragen, dass sich das Verbraucherverhalten ändert, ohne dass etwas verboten wird.

 
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