Kommentar

Ängste bleiben

Archivartikel

Hagen Strauß zum Umgang der Koalition mit dem Thema Wolf

Beim Thema Wolf ist das letzte Wort auch nach der Einigung zwischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium noch nicht gesprochen. Zum einen, weil allen Prognosen zufolge die Population weiter wachsen wird – und damit auch die Schäden für Viehhalter und die Ängste der Bürger. Zum anderen haben die beteiligten Ressorts einen Kompromiss gefunden, der Agrarministerin Klöckner nicht zufriedenstellen kann. Er folgt weiter dem extrem strengen Artenschutz und bleibt damit klar hinter dem zurück, was Klöckner gefordert hat.

Eine präventive Kontrolle, unabhängig von den existierenden Gefahren, würde in der Tat den Menschen in den neuen Wolfs-Gebieten mehr helfen. Denn die Aufregung und die Ängste scheinen größer zu sein als die Freude über die Rückkehr der Tiere. Neuer Streit um den Wolf ist deshalb in der schwarz-roten Koalition nicht ausgeschlossen. Die Annahme liegt nahe, dass die Einigung nur zustande gekommen ist, weil man den Wolf aus dem Wahlkampf im Osten haben wollte. Doch das Thema wird bleiben. Auch, weil es nun mal um eine Grundsatzfrage geht: Wie viel Wolf verträgt der Mensch?

 
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