Kommentar

Alarm an der Ostsee

Als es darum ging, vor der neuen Saison der Handball-Bundesliga die Anwärter auf den Meister-Titel zu nennen, fiel immer wieder der Name THW Kiel. Zwar gingen die Nordlichter in den vergangenen drei Jahren leer aus, aber da die Zebras sich aufgrund der verpassten Qualifikation für die Champions League nun ganz auf den nationalen Wettbewerb konzentrieren können, wurde vor allem dieser Umstand als das große Plus für den THW ausgemacht. Der entsprechende Ehrgeiz sollte ebenfalls vorhanden sein – und mit Hendrik Pekeler konnte sich Kiel zudem einen Top-Spieler vom direkten Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen angeln.

Nach nur vier Bundesliga-Spieltagen sieht es nun aber danach aus, dass dem hoch gehandelten Rekordmeister eine ähnlich ernüchternde Saison wie im Vorjahr drohen könnte.

Natürlich sind die Niederlagen in Flensburg und Magdeburg keine Sensation, dort werden auch noch andere Top-Teams Federn lassen. Auffällig ist allerdings schon wieder die Art und Weise, in der die Zebras am Donnerstagabend beim SCM verloren haben. Es fehlt dem Club weiter an Anführern, an denen sich die anderen Spieler aufrichten können oder die auf dem Feld die notwendigen klaren Ansagen machen. Auch das Angriffsspiel zeigte sich phasenweise ähnlich unstrukturiert wie im Vorjahr, die Anzahl der technischen Fehler ist den eigenen Ambitionen nicht angemessen. Wer Meister werden will, darf nicht so in seine Einzelteile zerfallen. Dass der scheidende Trainer Alfred Gislason hier nicht entscheidend entgegenwirken konnte, dürfte für zusätzlichen Alarm an der Ostsee sorgen.

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