Kommentar

Alle an einen Tisch!

 

Deutlich mehr Mannheimer als 2012 fürchten sich, Opfer einer Straftat zu werden. Die Ergebnisse der Sicherheitsbefragung überraschen wenig. Die Welt ist seit 2012 eine andere. Terroristen verbreiten Schrecken, die Zuwanderung macht vielen Angst. In Mannheim ist die Zahl der Einbrüche zwischenzeitlich massiv gestiegen, vor allem durch professionelle Banden. Bei Diebstählen und Autoaufbrüchen gab es ebenfalls Zuwächse – nicht nur, aber auch durch Flüchtlinge. Das alles spiegelt sich in der Umfrage wider.

In der Neckarstadt-West, im Jungbusch und der Innenstadt sowie auf der Schönau ist das Unsicherheitsgefühl besonders groß. Hier hatte es bereits bei der 2012er-Umfrage die schlechtesten Werte gegeben. Die Verwaltung reagierte damals jeweils mit mehrmaligen Sicherheitskonferenzen in den Stadtteilen – das muss sie jetzt wiederholen. Alle zuständigen Behörden müssen mit Bezirksbeiräten und anderen Stadtteilvertretern an einen Tisch. Die Gründe für die Ängste sind der Umfrage zufolge vielfältig, Drogenabhängige an bestimmten Ecken gehören genauso dazu wie Müll auf der Straße. Gemeinsam ist zu überlegen, wie die Situation verbessert werden kann. Dass jetzt die gleichen Stadtteile wie 2012 betroffen sind, bedeutet nicht, die Konferenzen damals hätten nichts gebracht. Ihnen entsprang etwa die Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes. Auch jetzt sind schon weitere Projekte geplant wie der Ausbau von Videoüberwachung oder kommunaler Gehwegreinigung. Ärgerlich ist, dass die Ergebnisse der Umfrage so lange auf sich warten ließen. Hätten sie früher vorgelegen, hätte die Politik bei den anstehenden Etatberatungen gezielter reagieren können.

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