Kommentar

Alle in einem Boot

Archivartikel

Jan Kotulla zu den Einbußen der Olympia-Sportler

Die ersten Warnungen gab es bereits vor Wochen – als Nadine Hildebrand, Sprecherin der Leichtathleten, die Öffentlichkeit suchte. Die Botschaft: Die Spitzensportler in den olympischen Disziplinen leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Eine breit angelegte Studie der Sporthochschule Köln unterfüttert dies nun.

Allerdings verwundern die Ergebnisse wohl niemanden. Wenn man sich anschaut, dass beispielsweise im Eishockey erst eine Gehaltsstundung und dann ein Einkommensverzicht vereinbart wurde und viele Sportler in Kurzarbeit gehen mussten oder immer noch müssen, war zu erwarten, dass es auch die Kollegen von der Leichtathletik, dem Schwimmen oder Turnen trifft.

Dabei darf man nicht vergessen, dass die Strukturen zwischen den Mannschaftssportarten und den olympischen Disziplinen sehr unterschiedlich sind. Die Fußballer haben wie so oft eine Sonderstellung.

Hier die Profis, die bei ihren Clubs oder Spielbetriebsgesellschaften angestellt sind. Da die Spitzenathletinnen und -athleten. Diese sind oft noch in Ausbildung oder studieren und werden von der Sporthilfe unterstützt. Oder sie gehören einer der Fördergruppen von Bundeswehr, Polizei oder Zoll an. Dafür werden sie größtenteils für den Sport freigestellt und erhalten Sold. Der fällt nicht extrem üppig aus, fließt aber verlässlich. Worauf auch die Macher der Studie hinweisen.

Es ist nachvollziehbar und richtig, dass die Sportler auf ihre Situation hinweisen und warnen. Mit Blick auf andere Bereiche, wie die Veranstaltungsbranche, Künstler oder Wirte, sollten die Ausfälle jedoch zu verschmerzen sein, solange ein Ende der Durststrecke erkennbar ist. Darauf hoffen alle – egal ob Profi-, Kader- oder Hobbysportler.

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