Kommentar

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Timo Schmidhuber hofft auf eine Öffnung der Freibäder

Viele Mannheimerinnen und Mannheimer werden in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren – weil sie es sich in ihrer derzeitigen finanziellen Lage gar nicht leisten können oder weil es auf einem wohl weitgehend auf Deutschland beschränkten Reisemarkt schlichtweg nicht genügend Möglichkeiten gibt. Die Frage nach der Öffnung von Freibädern und Badeseen wird deshalb mit jedem warmen Tag drängender werden, auch wenn es aktuell noch wichtigere Fragen geben mag, wie zum Beispiel die weitere Entwicklung in Schulen und Kindergärten oder das Ankurbeln der Wirtschaft.

Länder wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und auch Rheinland-Pfalz haben bereits angekündigt, Ende Mai Freibäder wieder öffnen zu wollen. In Hessen und Baden-Württemberg dagegen ist im Prinzip alles noch unklar. Im Stuttgarter Sozialministerium hat man eine Arbeitsgruppe einberufen, die spätestens Anfang Juni zu einer Entscheidung kommen will, ob und wie ein Badebetrieb möglich ist, ohne Ansteckungen zu riskieren.

Die Antwort auf diese Frage ist zugegeben nicht ganz einfach, ein Freibad bietet jede Menge Infektionsmöglichkeiten. Klar ist deshalb, dass es mit Blick auf das Aufhalten des Virus einen Badebetrieb, wie wir ihn kennen, nicht geben kann. Aber es liegen vielversprechende Überlegungen vor, wie er in eingeschränkter Form vielleicht doch möglich sein könnte – vom Schwimmverein Mannheim mit seinem Bad im Stollenwörthweiher genauso wie von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Abstandsvorgaben auf den Wiesen und im Wasser werden genauso genannt wie Personenbeschränkungen für Gesamtgelände und Becken.

Sicher, es gibt noch viele Fragen bei diesen Ideen – etwa die, wie man mit dem Frust der Menschen draußen in der Warteschlange umgeht, wenn die Höchstbesucherzahl im Bad erreicht ist. Aber auch Baden-Württemberg sollte alles dransetzen, um die Öffnung der Freibäder irgendwie möglich zu machen – nicht nur, um einen „Badetourismus“ in Richtung Pfalz zu verhindern, der die Betreiber dort in Schwierigkeiten bringen würde. Freibäder und Badeseen sind gerade für diejenigen wichtig, die keine großen Häuser mit Garten haben. Die Menschen in beengten Verhältnissen – und davon gibt es in Mannheim viele – waren schon in den vergangenen Wochen mit die größten Leidtragenden der Corona-Beschränkungen. Es wäre bitter, wenn sich das in einem heißen Sommer ohne Freibad und Badesee fortsetzen würde.

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