Kommentar

Alte Werte

Sibylle Dornseiff zieht eine Bilanz des Maimarkt-Turniers

Mannheim ist – bei allem Lokalpatriotismus – keine Weltmetropole mit klangvollem Namen. Das traditionsreiche Maimarkt-Turnier kann trotz hervorragender sportlicher Bedingungen in Sachen Dotierung auch nicht mit anderen hochkarätigen Veranstaltungen mithalten. Dennoch verbuchte die 56. Auflage einen Rekord beim Meldeergebnis.

Über 270 Reiterinnen und Reiter aus 36 Nationen reisten mit 550 Pferden an – darunter Stars wie Isabell Werth, die weltbeste Dressurreiterin, Springreit-Weltmeisterin Simone Blum, Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung oder viele andere internationale Top-Sportler. Es muss also jenseits des Geldes etwas anderes sein, das die Weltelite anzieht.

Katrina Wüst, eine Expertin, die in Tokio die Chef-Jurorin der Dressur-Wettbewerbe sein wird und jeden Schauplatz der Welt kennt, brachte es auf den Punkt. Wenn sie sagt, „in Mannheim werden so altmodisch klingende Werte wie Gemeinschaft und Vereinszusammenhalt hochgehalten – das ist einzigartig“, dann darf man ihr das glauben.

Diese besondere Atmosphäre schaffen vor allem die 100 ehrenamtlichen Helfer des Reiter-Vereins. Sie sorgen dafür, dass Pferde, ihre Pfleger und die Reiter sich wohlfühlen, liefern so die Basis für Spitzenleistungen. Das ist das Pfund, mit dem die Veranstalter wuchern können.

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