Kommentar

Am Ball bleiben

Archivartikel

Stefan Proetel zur Situation des Einzelhandels in der City

Die Planken präsentieren sich nach dem kräftezehrenden Umbau zeitgemäß. Die Wege zwischen Haltestellen, Parkhäusern und Ladentüren sind kurz. Und das Angebot an Geschäften und Gastronomie stimmt. Kurzum: Die Infrastruktur in der Innenstadt ist intakt. Hier zu bummeln, einzukaufen und einzukehren macht vielen Mannheimern und vielen Menschen aus dem Umland Spaß.

Doch ein Selbstläufer ist der Einzelhandel in der City nicht mehr. Das bekamen die Geschäfte gerade vor Weihnachten zu spüren. In den eigentlich umsatzstärksten Wochen des Jahres strömten zwar viele Besucher in die Innenstadt, in den Kassen der Händler machte sich das aber weniger stark bemerkbar als in der Vergangenheit. Manchmal gibt es ganz profane Gründe für schwächere Phasen: Bei Dauerregen, ungemütlichem Wetter haben viele mehr Lust, ihre Einkäufe online auf dem heimischen Sofa zu tätigen – statt immer wieder vollbepackt und mit Regenschirm aus dem Kalten in heiße, manchmal überhitzte Verkaufsräume zu kommen. Verständlich. Das Wetter ist nicht beeinflussbar, bei anderen Dingen aber müssen Stadt und Handel pedantisch am Ball bleiben: Nur saubere Planken sind attraktiv, nur service- und kundenorientiertes Verkaufspersonal sowie eine breit gefächerte Angebotspalette innenstadtweit sind starke Argumente gegen Onlinekäufe. Einheitsbrei jedenfalls schmeckt niemandem.

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