Kommentar

Am Limit

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation der TSG Hoffenheim

Dank der taktischen Kreativität von Julian Nagelsmann hat die TSG Hoffenheim das Königsklassen-Duell mit dem hoch favorisierten Titelanwärter Manchester City lange offengehalten. Diese Leistung verdient höchsten Respekt – vor allem mit Blick auf die Verletztenliste. Sogar Trainer-Superstar Pep Guardiola zeigte sich beeindruckt von seinem jungen Herausforderer und dessen Team. Das Kräftemessen mit dem englischen Meister hat aber auch verdeutlicht, wie dünn das Eis ist, auf dem sich die Kraichgauer momentan bewegen.

Die TSG agiert seit zwei Jahren am absoluten Limit. Nur so war der Höhenflug unter Nagelsmann möglich – immer 100 Prozent Leistung, und manchmal auch darüber hinaus. Aktuell zahlt der Bundesligist den Preis dafür. Zehn Profis, die allesamt den Anspruch haben, Stammspieler zu sein, fallen verletzt aus. Das kann selbst ein Trainer-Überflieger wie Nagelsmann nicht dauerhaft ohne Leistungsdellen kompensieren.

In der Liga hinkt die TSG mit sieben Punkten aus sechs Partien hinterher, in der Königsklasse steht trotz des immensen Kraftaufwands lediglich ein Zähler auf der Habenseite. Dieses Missverhältnis nervt einen Perfektionisten wie Nagelsmann sehr. Doch auch er stößt als TSG-Trainer gerade an seine Grenzen.

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