Kommentar

Ambitionierter Außenseiter

Marc Stevermüer zu den Löwen-Chancen in der Königsklasse

Die Sammlung ist fast komplett: Den deutschen Meistertitel haben sie schon gewonnen, den DHB-Pokal ebenfalls. Und auch den EHF-Cup bejubelten die Rhein-Neckar Löwen schon. Was dem Handball-Bundesligisten indes noch fehlt, ist die europäische Krönung in der Champions League. Zu den Topfavoriten gehören die Badener aber auch in dieser Saison nicht.

Diese Rolle fällt vor allem dem Pariser Starensemble zu, das mit seiner individuellen Klasse zweifelsohne als das Nonplusultra im Welt-Handball gilt. Und dann wären da noch Teams wie Kielce, Veszprém und Barcelona, die auf nationaler Ebene wenig bis gar nicht gefordert werden und sich auf die Königsklasse konzentrieren können. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber den Löwen, die allen Widrigkeiten zum Trotz aber in der Pflicht stehen, es besser als in den vergangenen Jahren zu machen. Vier Mal in Folge war zuletzt im Achtelfinale Schluss. Und selbst wenn das Aus in der vergangenen Saison unter besonderen Vorzeichen stand, weil die Löwen wegen einer Terminkollision ihre zweite Mannschaft zum Achtelfinal-Hinspiel nach Kielce schickten, passt diese magere Bilanz so ganz und gar nicht zum großen Potenzial dieser Mannschaft.

Das Viertelfinale sollte es in dieser Runde schon sein, vielleicht ist sogar mehr drin. Die Badener gehen zumindest als ambitionierte Außenseiter an den Start. Nicht umsonst trauen Trainer Nikolaj Jacobsen und Kapitän Andy Schmid der eigenen Mannschaft in allen Wettbewerben alles zu.