Kommentar

An Vorschlägen dranbleiben!

Es war zwar nur ein Planspiel von Kindern, bei dem die Anträge formuliert wurden. Aber warum sollten sich die Stadträte nicht mit den Vorschlägen befassen? Die Idee der CDU-Fraktion ist gut, selbst wenn es in Mannheim schon etablierte und auch gut genutzte Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche gibt. Entscheidend ist bei dem Thema ohnehin etwas anderes. Ganz unabhängig davon, ob man jetzt eine Stadtteilkonferenz abhält oder einen Jugendgemeinderat einführt: Verwaltung und Politik müssen die Vorschläge der Jugendlichen ernst nehmen und weiterverfolgen.

Das heißt nicht, dass alles, was Personen einbringen, automatisch umgesetzt werden muss. In dieser Weise wird Beteiligung leider oft missverstanden, übrigens auch von Erwachsenen. Die Menschen wenden sich dann schnell von der Politik ab, wenn sie ihre Wünsche nicht erfüllt sehen.

Nein, ernst nehmen bedeutet, dass sich Politik und Verwaltung mit einer Anregung befassen, sie gewissenhaft prüfen und im Fall einer Ablehnung den Betroffenen auch erklären, warum etwas nicht geht – was zum weiteren Austausch und im besten Fall zu einer anderen Lösung führen kann. Viele Anregungen aus Jugendkonferenzen haben Politik und Verwaltung aufgegriffen – der bevorstehende Bau eines Jugendtreffs auf dem Luzenberg ist nur ein Beispiel dafür. Trotzdem ist immer noch zu viel Frust von Teilnehmern solcher Versammlungen zu hören, die sich sauberere Spielplätze oder bessere Busverbindungen wünschen und deren Anregungen bisweilen unerwidert im Sand verlaufen.

Die Jugend will mitmischen, das zeigen nicht erst die „Fridays for Future“-Demos. Die Politik muss stärker auf sie eingehen. Es geht um die Wähler der Zukunft und – viel wichtiger – um das Funktionieren der Demokratie.

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