Kommentar

Attraktiv für alle Mitglieder

Archivartikel

Noch steht die Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichts aus – bereits jetzt ist aber klar, dass mindestens zwei Industrie- und Handelskammern unrechtmäßig hohe Rücklagen gebildet haben. Für die 79 deutschen IHK-Verbände sollte der Leipziger Richterspruch ein Grund sein, das eigene Tun zu überdenken.

Die Kammern sehen sich als Dienstleister für die regionale Wirtschaft: Sie fördern die Unternehmen vor Ort, bieten ein breitgefächertes Beratungsangebot und sind unverzichtbarer Bestandteil der dualen Ausbildung. Berücksichtigt man all diese Aspekte, lässt sich die Pflicht-Mitgliedschaft gut begründen. Denn eine Wahlmöglichkeit haben die Unternehmen nicht: Wer Gewerbesteuern zahlt, ist auch Teil seiner regionalen IHK und verpflichtet, Beiträge zu zahlen.

Gerade deshalb ist es für die Kammern geradezu eine Pflicht, für alle Mitglieder attraktiv zu bleiben. Die Verbände sollten lieber auf niedrigere Beiträge setzen, statt selbst den Unternehmer zu spielen, der ein großes Vermögen anhäufen will. Dann würde vielleicht auch die ewige Diskussion über die Pflichtmitgliedschaft leiser werden. Denn wer weniger zahlen muss, nörgelt für gewöhnlich auch weniger.

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