Kommentar

Auch der Markt entscheidet

Archivartikel

Jörg-Peter Klotz zur Erfolgsquote von Künstlerinnen

Schön, dass Frauen im Bereich Bildende Kunst so gewaltig auf dem Vormarsch sind. Zumindest, wenn man den Ranglisten des „Capital Kunstkompass“ Glauben schenkt. Diese Entwicklung ist nur logisch und gerecht – wenn man allein den Anteil der Studentinnen in kunsthistorischen Studiengängen und an Kunsthochschulen betrachtet. Obwohl es auch in diesem Bereich immer noch Nachholbedarf bis zum Idealzustand totaler Geschlechtergerechtigkeit gibt, fällt aber die weitaus größere Dynamik gegenüber anderen Kulturbereichen auf.

Dabei klagen die Frauen in Pop oder Film medial deutlich vernehmlicher über Ungleichbehandlung, manche rufen auch nach Quoten. Darüber muss man nachdenken, vor allem, wenn es um Gagen, Budgets oder Posten geht. Nur die Nachfrage kann man nun mal nicht steuern. Oder möchte man Zwangsverordnungen haben – etwa dass jede zweite gekaufte Platte von einer Sängerin sein muss? Wobei es der Allgemein- und Herzensbildung nicht schaden könnte, wenn notorische Actionfilmgucker regelmäßig die Werke von Filmemacherinnen anschauen müssten. Aber im Ernst: Der Vormarsch der Frauen auf dem in der Spitze längst auch von Anlegerinteressen aufgeheizten, ansonsten fast komplett auf das Schöpferische fixierten Kunstmarkt zeigt vor allem eines: Am Ende entscheiden die Qualität und der Markt.