Kommentar

Auf Augenhöhe

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Tourismus-Kooperation der Städte

Die Heidelberger halten Mannheim für eine arme Arbeiterstadt, Mannheimer erleben die Heidelberger oft als arrogante Akademiker. Man mag sich nicht. Bestenfalls ignoriert man sich. Dennoch fahren die Heidelberger natürlich in die Quadratestadt zum Einkaufen, und wenn Mannheimer Besuch von weither bekommen, schaut man mit ihnen halt die weltberühmte Schlossruine neckaraufwärts an. Aber die gefühlte Distanz zwischen beiden Städten ist deutlich größer als die höchstens 20 Kilometer auf der Straßenkarte. Auch regelmäßige Kontakte der Stadtverwaltungen auf der Arbeitsebene sind sehr selten.

Umso bemerkenswerter ist jetzt die Zusammenarbeit vom Mannheimer Stadtmarketing mit den Heidelberger Kollegen – und das auf Augenhöhe. Die Heidelberger haben festgestellt, dass die Quadratestadt im Städtetourismus eine wachsende Rolle spielt. Und in beiden Städten reifte die Erkenntnis, dass Kooperation mehr bringt als Konkurrenzdenken. Kultureinrichtungen aus der Pfalz und Mannheim haben das, in dem Fall leider ohne Heidelberg, ja erfolgreich vorgemacht.

Mit diesen gemeinsamen Auftritten wird der oft propagierte Metropolregion-Gedanke endlich mal in die Tat umgesetzt. Gäste von außerhalb nehmen die Mentalitätsgrenze zwischen Heidelberg und Mannheim ohnehin nicht wahr – sie betrachten die Region als eine Gegend, die viele attraktive Ziele bietet, unabhängig von Stadtgrenzen.

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