Kommentar

Auf dem falschen Weg?

Archivartikel

Stefan Skolik zur Stallorder in der Formel 1

Schon vor 17 Jahren, 2001 beim Großen Preis von Österreich auf dem A1-Ring in Spielberg, schlugen die Emotionen hoch. „Let Michael pass for the championship“ („Lass Michael überholen – für die Meisterschaft “) lautete der unverhohlene Befehl an Rubens Barrichello. Der damals führende Brasilianer sollte Michael Schumacher, die Nummer eins bei Ferrari, auf dem Weg zum WM-Titel den Sieg und wichtige Punkte überlassen. Barrichello parierte, die Öffentlichkeit war empört, die Fans fühlten sich betrogen.

Heute ist es nicht viel anders. Sicherlich: Die Stallorder ist seit 2011 wieder offiziell erlaubt, Mercedes hat in Russland taktisch völlig richtig gehandelt: Um Lewis Hamilton den Titelgewinn zu sichern, muss jedes legale Mittel ausgeschöpft werden. Und dennoch hinterlässt das Ausbremsen von Valtteri Bottas einen äußerst faden Beigeschmack, will doch das künstliche Verlangsamen eines Fahrers so ganz und gar nicht zur Hochgeschwindigkeits-Sportart Formel 1 passen.

Somit muss auch die Frage gestellt und die Diskussion eröffnet werden: War die offizielle Freigabe der Stallorder vielleicht der falsche Weg?

 
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