Kommentar

Auf der richtigen Spur

Archivartikel

Unklar bleibt bei dem Städte-Ranking der Berliner Versicherer so Manches – zum Beispiel, ob sie es zur Grundlage ihrer eigenen Kalkulationen machen, und mit welchem Erfolg. Oder ob mögliche handfeste methodische Fehler in der Untersuchung stecken, sprich: Äpfel mit Birnen verglichen werden – wir wissen es nicht. Deswegen lassen wir die Frage, wie ernst die Bewertungen und Schätzungen aus Berlin zum Radverkehr in Mannheim zu nehmen sind, an dieser Stelle einmal offen.

Ein Platz irgendwo im Mittelfeld der deutschen Städte ist für Mannheim dennoch so schlecht nicht, zumal die Abstände zu den besser oder schlechter platzierten Mitbewerbern in den meisten Kategorien nicht besonders groß sind. Und: Die Stadtverwaltung baut das Wegenetz konsequent weiter aus, nimmt das Fahrrad als Teil des Gesamtverkehrs ernst und lässt ihre Anstrengungen, nicht nur den Radverkehr, sondern den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Nahverkehr insgesamt zu stärken, seit langem klar erkennen.

Dass bei all dem immer noch Luft nach oben ist, dürfte dennoch niemanden überraschen. Vorschläge von Praktikern wie dem BUND-Vorsitzenden Wolfgang Schuy zur Beschleunigung des Radverkehrs – etwa bei der Anpassung der Ampelschaltungen – würden bei vergleichsweise geringen Kosten große Verbesserungen bringen und Mannheim bei künftigen Rankings noch besser dastehen lassen. Völlig unabhängig von dem Berliner Ranking ist deswegen klar, dass Mannheim mit seiner Radverkehrspolitik grundsätzlich auf der richtigen Spur ist.

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