Kommentar

Auf jeden Fall überprüfen

Archivartikel

Thorsten Langscheid findet das Grazer Modell beachtenswert

Während hierzulande Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Arbeitsschutz als Argumente dafür herangezogen werden, dass Laubbläser – für viele nichts anderes als lärmende Dreckschleudern – unverzichtbar seien, machen’s die Grazer einfach: Bereits seit vier Jahren gibts in der steirischen Landeshauptstadt überhaupt keine Laubbläser mehr. Städtische Bedienstete rücken den herbstlichen Blättermassen genauso mit Rechen und Kehrbesen zu Leibe wie private Bürger – Verstöße gegen das entsprechende Landesgesetz können empfindlich teuer werden.

Eine methodische Schwäche des Grazer Modells sei nicht verschwiegen: Zwar hat man dort vor der Abschaffung der Geräte im Universitätslabor Staubverwirbelungen beim Kehren und beim Pusten akribisch gemessen. Danach wurde aber nicht mehr überprüft, ob der Verzicht auf die Laubbläser auch tatsächlich eine Verringerung der Schwebstoffe in der Stadtluft gebracht hat.

Nun bleiben bis zur Herbstlaub-Saison 2018 noch einige Wochen Zeit. Die könnte man im grünen Mannheimer Umweltdezernat ja nutzen, um bei den ebenfalls grünen Kollegen in der Steiermark mal freundlich anzufragen, wie die es schaffen, ohne massiven Geräteeinsatz wirtschaftlich, effizient und unter Einhaltung des Arbeitsschutzes das Herbstlaub von der Straße zu bekommen. Feinstaubwerte und Laubbläsereinsatz sollte das Rathaus in jedem Fall überprüfen.

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