Kommentar

Auf Kante genäht

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Belastung des Ordnungsdienstes

Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte bekommen Beifall – mit Recht! Die derzeit stark geforderten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes erfahren viel Respekt und erhalten enorme personelle Verstärkung. Auch das ist völlig richtig. Insbesondere diese Berufsgruppen tragen seit Ausbruch der Corona-Pandemie schon eine ganz enorme Last.

Aber nicht nur die Menschen, die heilen und helfen, tragen solch eine Last. Verbote auszusprechen, zu überwachen und auch zu strafen, ist leider ebenso wichtig – aber nicht so beliebt. Doch auch wenn es dafür keinen Beifall gibt, braucht man Ordnungsdienst sowie Polizisten, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen.

Mit vielen Problemen in den Stadtteilen, den Quadraten und rund um den Friedrichsplatz war der Kommunale Ordnungsdienst schon vor dem Corona-Ausbruch überfordert. Er konnte nicht an all den vielen Brennpunkten rund um Sicherheit und Sauberkeit sein, wo er gerufen und gebraucht wurde. Vorstöße im Gemeinderat, die städtische Truppe stärker aufzustocken, blieben aber leider erfolglos – was sich jetzt rächt. Der Hilferuf, dass die Mannschaft derzeit überfordert ist, war schon überdeutlich. Auch wenn die Corona-Pandemie sicherlich ungewöhnlich ist und so nicht erwartbar war: Es ist nicht gut, wenn im Sicherheitsbereich alles „auf Kante genäht“ wird – beim Ordnungsdienst, aber auch bei Feuerwehr oder Polizei.

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