Kommentar

Aufklärung nötig

Sie überfallen Geldtransporter, klauen Kunstwerke oder verdienen ihre Geld mit Drogenhandel und Prostitution: Die Clans in Deutschland sorgen vor allem mit schweren Straftaten für Aufsehen. Hier handelt es sich meist um Großfamilien mit arabischer, libanesischer, kurdischer oder türkischer Herkunft, die in Parallelgesellschaft leben. Ein untragbarer Zustand.

Der Staat darf dem Treiben dieser Banden nicht länger zuschauen. Obwohl das Problem schon lange bekannt ist, streiten die Behörden noch immer darüber, wie sie Straftaten von Clans in ihren Statistiken erfassen sollen. Durch dieses Klein-Klein in Amtsstuben wurde bislang verhindert, dass es genauere Erkenntnisse gibt.

Eine Ausnahme bildet Nordrhein-Westfalen, das nach eigenen Kriterien ein Lagebild entwickelt hat. Dies liegt daran, dass das Ruhrgebiet eine Schwerpunktregion ist. In Baden-Württemberg ist unklar, wie mit dem Thema umgegangen wird. Zwar sieht das Innenministerium kein Problem. Allerdings sind kaum Erkenntnisse vorhanden, was die Behörde eingesteht. Eine solche Argumentation lässt Raum für Spekulationen. Wurden Straftaten von Clans bisher einfach nicht statistisch erfasst und stattdessen den gängigen Deliktarten zugeordnet? Hier besteht Aufklärungsbedarf.

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