Kommentar

Aufmerksam beobachten

Archivartikel

Die Schließung des Juweliergeschäftes Benz ist ein Ereignis, das nicht nur für den Betreiber große Bedeutung hat. Es lenkt den Blick auf die Entwicklung der Relaisstraße, der Haupteinkaufsstraße des Stadtteils Rheinau.

Zunächst ist es ein Anlass zum Innehalten, wenn ein fast 90 Jahre altes Unternehmen schließt. Da-mit geht auch ein Stück Gewerbetradition im Vorort zu Ende. Erfreulich ist immerhin, dass es hier einen Nachfolger gibt. Leerstand ist vorerst nicht zu befürchten. Damit unterscheidet sich dieses Geschäft von mehreren zum Teil großflächigen Lagen südlich des Marktplatzes. Die leeren Schaufensterfronten dort wirken auf den Betrachter zutiefst bedrückend. Sie zeugen von einer Jahrzehnte währenden Entwicklung: In der nördlichen Hälfte der Relaisstraße, besonders in Höhe des Marktplatzes, herrscht reges gewerbliches und damit auch gesellschaftliches Leben; südlich des Kiosks Fischer aber wird es ruhig, um nicht zu sagen: trist.

Die Stadt versucht, mit stadtplanerischen Mitteln gegenzusteuern: mit Eröffnung des Kompaktbahnhofes im Süden, dem geplanten Umbau am Karlsplatz im Norden, der anstehenden Umgestaltung des Marktplatzes in der Mitte. All das ist vergebliche Liebesmüh‘, wenn eine abgebrannte Ruine (das Relaishaus) den Gesamteindruck der Straße beeinträchtigt. Wie sie sich entwickelt, sollte daher weiter aufmerksam beobachtet werden.

 
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