Kommentar

Aus Fehlern gelernt

Archivartikel

Christian Rotter zur neuen Kooperation der Adler

 

An einem einzigen Beispiel lässt sich zeigen, was in der Mannheimer Nachwuchsförderung in den vergangenen Jahren schiefgelaufen ist: Samuel Soramies ist in der Region tief verwurzelt. Er wurde in Heidelberg geboren, wuchs in Mannheim auf. Sein Vater Antti kommentiert die Adler-Spiele für Radio Regenbogen und – was das Wichtigste ist – Samuel Soramies ist ein richtig guter Eishockey-Spieler.

Der Stürmer führte die Jungadler als Kapitän zum Titel in der Deutschen Nachwuchsliga, er ist ein fester Bestandteil der deutschen U-20-Nationalmannschaft. Vor einem Jahr ging es darum, wo er nach seiner jahrelangen Ausbildung bei den Jungadlern landen würde. Es lag auf der Hand, dass er seine ersten Gehversuche im Profibereich daheim gehen würde, bei „seinen“ Adlern – falsch gedacht!

Ausgerechnet zur Konkurrenz

Da der Club dem Talent nicht aufzeigen konnte (oder wollte), wie ihn sein Weg in die DEL führen würde, kehrte Soramies Mannheim den Rücken. Er heuerte bei Red Bull in Salzburg an – ausgerechnet bei der Organisation, die den Adlern im deutschen Eishockey den Rang abgelaufen hat und seit Jahren dank der kostspieligen Akademie im österreichischen Liefering der Hauptkonkurrent beim Buhlen um die besten Nachwuchskräfte ist.

Es sieht so aus, als hätten die Mannheimer aus ihren Fehlern gelernt und würden es mit ihrer propagierten Neuausrichtung ernst meinen. Die Kooperation mit Heilbronn ist ein logischer Schritt, den sich die Adler auch etwas kosten lassen. Eine satte Rendite ist allerdings gewährleistet. Eine bessere Ausbildung, als in einem Proficlub Verantwortung übernehmen zu dürfen, gibt es für junge Spieler nicht. Die Adler werden schon dafür sorgen, dass ihre Talente in Heilbronn nicht nur Mitläufer sind, sondern tragende Rollen ausfüllen.

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