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Steffen Mack zum Streit in der Mannheimer AfD

Eines kann man der AfD nicht vorwerfen: dass sie interne Konflikte im Verborgenen hält. Nun eskaliert in Mannheim der Streit zwischen dem Landtagsabgeordneten Rüdiger Klos und dem Kreisvorsitzenden Robert Schmidt. Letzterer zählt zum geschrumpften gemäßigten Flügel, doch die innerparteiliche Kursdebatte ist hier nebensächlich. Klos und Schmidt sind sich persönlich schlicht spinnefeind.

Inhaltlich geht es zwischen ihnen nun um die Frage, ob die AfD hier bei der Bundestagswahl hätte besser abschneiden können und Schmidt als Direktkandidaten Schuld trifft. Damit muss man sich nicht lange aufhalten. Fakt ist, dass die Partei mit 12,8 Prozent zwar 5,4 Punkte weniger geholt hat als bei der Landtagswahl 2016. Aber ob auf dem Stimmzettel Klos, Schmidt oder Wiesekopsieker steht, dürfte den allermeisten AfD-Wählern schnuppe sein. Die machen ihr Kreuz allein aus Protest.

Und aus Sicht jener 87,2 Prozent Mannheimer Wähler, die nicht für die AfD gestimmt haben, ist der Rückgang sehr erfreulich. Ihren Stempel als rechtspopulistische Hochburg sollte die Stadt jetzt wieder los sein. Bei aller Erleichterung darf man jedoch nicht vergessen, dass es nach wie vor ein hohes Potenzial Unzufriedener gibt. Das die etablierten Parteien - falls überhaupt - so schnell nicht zurückgewinnen können. Daran ändert sich auch wenig, wenn es mal ein paar Prozentpunkte rauf oder runter geht.

Daher ist all der interne Streit für die AfD zwar nicht förderlich. Aber weniger schädlich, als er für andere Parteien wäre. Da den Wählern die örtlichen Kandidaten relativ egal sind, dürfte es sie auch nicht allzu sehr aufregen, wenn die sich bekriegen.

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