Kommentar

Bärendienst fürs Klima

Archivartikel

Hans-Jürgen Emmerich zur Heizungsdiskussion in Heddesheim

Die Gemeinde Heddesheim geht weiter ihren Weg in Sachen Klimaschutz. Mit dem Bau von Heizzentralen und Blockheizkraftwerken für eine Reihe kommunaler Gebäude im Ortskern macht sie sich bei der Stromversorgung in Zukunft unabhängiger und spart zudem etliche Tonnen Kohlendioxid ein. Verbrannt wird dafür allerdings Erdgas, also ein fossiler Energieträger.

Genau das ruft die Grünen auf den Plan. Sie wollen lieber Pellets verbrennen, weil dabei nur soviel CO2 frei wird, wie die Bäume zuvor aufgenommen haben. Auf den ersten Blick leuchtet das ein, doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Denn abgesehen davon, dass die Lagerung von großen Mengen von Pellets im Ortskern auf Platzprobleme stößt, haben auch die kleinen gepressten Stückchen aus Abfallholz längst ihre ökologische Unschuld verloren.

Bei der Verbrennung entstehen große Mengen Feinstaub, die man mitten im Dorf nicht unbedingt in der Luft haben und einatmen will. Die angebliche CO2-Neutralität nennen Forscher der Europäischen Akademie der Wissenschaften sogar einen Etikettenschwindel. Zudem bleibt die Frage, wie bei ständig steigendem Pelletsverbrauch der Bedarf gedeckt werden kann. Wenn Bäume gefällt werden müssen, um sie zu verbrennen, ist das für den Klimaschutz ein Bärendienst.