Kommentar

Bange Frage bei Ferrari

Archivartikel

Stefan Skolik zum teaminternen Duell bei Ferrari

Es ist nicht nur der Taifun, der auf Suzuka zurast und den Großen Preis von Japan gefährdet. Nein, auch die Lage bei Ferrari macht die Situation vor diesem 17. Saisonlauf brandgefährlich. Anfängliche feine Risse innerhalb der Scuderia habe sich mittlerweile zu tiefen Gräben im Teamgefüge der Italiener entwickelt. Alle Beschwichtigungen von Sebastian Vettel und Charles Leclerc sind Show – sie sind, wie der „Kicker“ süffisant titelte: „Rote Grütze“.

Im Generationenduell des erfahrenen Heppenheimers mit dem jungen Monegassen scheint ein friedliches Miteinander kaum mehr möglich; selbst eine Duldung mit gegenseitigem Respekt mutet nach heutigem Stand unwahrscheinlich an – und das könnte sich durchaus in der kommenden Saison fortsetzen.

Darin liegt gleich doppelte Brisanz: Schon jetzt muss man bei Ferrari mit Hochdruck am neuen Wagen für das WM-Jahr 2020 arbeiten – und es stellt sich dabei die bange Frage, auf wen man das künftige Auto entwicklungstechnisch nun zuschneiden soll: Auf den vierfachen Weltmeister Vettel, der bisher nicht vorangekommen ist in seiner Titelmission. Oder auf den hochtalentierten, jungen, schnellen Leclerc, der eine Top-Option für die Zukunft werden kann.

 
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