Kommentar

Begrenzter Spielraum

Archivartikel

Bettina Eschbacher zur Perspektive von HeidelbergCement

Vorstandschef Dominik von Achten versprüht erstaunlich viel Zuversicht: Immer wieder betonte er bei der Bilanzpressekonferenz, wie gut HeidelbergCement aufgestellt sei, um die ganz sicher massiven Folgen der Corona-Pandemie zu überwinden, wie prima es trotz allem in dem Dax-Konzern laufe. Die Börse hat das aber nicht überzeugt. Im Tagesverlauf gab die Aktie um bis zu acht Prozent nach, während der Dax deutlich besser abschnitt.

Anleger und Analysten gefällt nicht, dass HeidelbergCement bei allem demonstrativen Optimismus keine Prognose für das laufende Jahr gewagt hat. Es ist zwar verständlich und ehrlich, dass von Achten Voraussagen in Zeiten des Ausnahmezustands für nicht seriös hält. Aber „Wir-schaffen-das“-Parolen gepaart mit fehlender Verbindlichkeit – das passt nicht zusammen. Und so wird HeidelbergCement abgestraft, zumal die Baubranche und damit auch die Zementhersteller stark von der Konjunktur abhängen. Der Spielraum des Managements ist also begrenzt.

Allerdings hat der Konzern tatsächlich bessere Chancen als viele andere, die Krise zu überstehen. Die Heidelberger sind bekannt für ihr straffes Kostenmanagement – das zahlt sich in unruhigen Zeiten aus. Und anders als bei der Finanzkrise 2009 steht dem Vorstand ein beruhigender Puffer an Liquidität zur Verfügung. Das sind wichtige Voraussetzungen für die nächsten Monate.

Zum Thema