Kommentar

Berechtigte Forderung

Archivartikel

Rolf Obertreis über Negativzinsen für Sparer

Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis poltert. Gegen die Europäische Zentralbank (EZB) und ihren Noch-Präsidenten Mario Draghi. 0,4 Prozent Strafzinsen müssen Kreditinstitute zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Und möglicherweise drücken die Währungshüter den Zins Mitte September noch weiter nach unten.

Das dürfte dann auch beim Kleinsparer ankommen, deutet Schleweis an. Die Geldpolitik der EZB verursache immense Kosten. Das müsse jemand bezahlen.

Viele Sparkassen sind offenbar dazu nicht mehr bereit. Wie eine Steuer wollen sie die Zinsbelastung weitergeben. Das geschieht faktisch schon heute, etwa über die Gebühren für das Girokonto. Zinsen auf das Sparbuch gibt es ohnehin praktisch nicht mehr.

Nun kann man verärgert auf die Geldhäuser zeigen. Das ist verständlich: Der Ruf der Branche ist nach wie vor angeschlagen, die Finanzkrise wirkt immer noch nach. Andererseits aber bieten Banken eine Dienstleistung. Warum sollte sie kostenfrei sein? Kreditinstitute haben Aufwendungen, betreiben teure IT und beschäftigen Personal, das bezahlt werden will. Und die Gewinnmargen im Kreditgeschäft sind bei weitem nicht mehr so üppig wie früher, so dass Girokonten auf Dauer kaum mehr subventioniert werden können. Der Sparkassen-Präsident hat eine Diskussion angestoßen, die nachvollziehbar ist.

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