Kommentar

Bereit fürs Double

Archivartikel

Marc Stevermüer zum Pokalsieg der Löwen

 

Im elften Anlauf hat es geklappt: Die Rhein-Neckar Löwen sind erstmals deutscher Pokalsieger und haben in Hamburg eindrucksvoll unterstrichen, dass sie momentan die stärkste deutsche Mannschaft sind. Was die badischen Handballer taktisch und spielerisch zeigen – und das seit Jahren in einer schier unglaublichen Konstanz –, ist schlichtweg außergewöhnlich. Diese Klasse hat kein anderer Bundesligist, weshalb es nur ein Ziel geben kann: das Double.

Daran lässt auch Trainer Nikolaj Jacobsen vollkommen zurecht keinen Zweifel aufkommen. Der Däne will diese dritte Schale unbedingt – und er ist zweifelsohne der entscheidende Mann bei den Löwen, wie das Final Four wieder einmal bewies. Ihm gelang es, dass sein Team die Negativerlebnisse der vergangenen Jahre ausblendete. Er machte seine Jungs mental fit für diese Herausforderung, die seine Mannschaft auch dank der feinen taktischen Veränderungen ihres Trainers mit Bravour meisterte.

In beiden Spielen stellten die Löwen eine überragende Defensive auf die Platte, obwohl ihnen mit Gedeón Guardiola der Abwehrchef fehlt. Doch in Kim Ekdahl du Rietz fand der Trainer einen passenden Ersatz – und auch die Offensivprobleme seiner Mannschaft im Finale gegen Hannover-Burgdorf löste der Trainer mit einem cleveren Schachzug. Der Däne brachte den siebten Feldspieler in Ballbesitz, prompt kamen die Löwen zu klaren Chancen und nutzten diese auch konsequent, weil in ihnen das Sieger-Gen steckt, das Jacobsen ihnen eingeimpft hat.

Keine Frage: Wenn der Trainer die Löwen irgendwann verlässt, wird er eine riesige Lücke hinterlassen. Doch bis dahin sind noch ein paar Titel möglich – der nächste folgt vielleicht schon sehr, sehr bald.

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