Kommentar

Bescheidene Perspektive

Archivartikel

Der Verbesserungsbedarf beim Nahverkehr ist groß. Dies belegen die vielen Anregungen zum Konzept. Sie betreffen Kleinigkeiten wie den Toiletten-Einbau an der Endstation Oppau, aber auch Grundsätzliches wie den barrierefreien Ausbau von Haltestellen. Dieser kommt nur schleppend voran. Blamabel, dass auch stark genutzte Haltestellen wie am Klinikum und in der Ludwigstraße noch immer nicht rollstuhlgerecht ausgebaut sind. Bescheiden ist der Geldbetrag, der bis 2022 für den Bereich vorgesehen ist. Auch beim Ausbau der Straßenbahnlinien tut sich wenig, nicht nur weil das Projekt Linie 10 seit langem stockt. Streckenverlängerungen nach Neuhofen oder Mutterstadt wurden schon vor Jahrzehnten gefordert, bleiben aber ein Ziel in weiter Ferne. Hauptproblem: Die hoch verschuldete Stadt hat kein Geld. Das 100-seitige Konzept weckt Erwartungen, die kaum zu erfüllen sind. Zumal – als weitere Hürde – die Aufsichtsbehörde den Nahverkehr als freiwillige Leistung ansieht und die Gesamtausgaben hierfür begrenzt. Das ist völlig unverständlich. Nur durch ein besseres Angebot bei Bus und Bahn ist ein Verkehrskollaps beim Hochstraßen-Projekt zu verhindern. Es ist kein Luxus, sondern die pure Notwendigkeit. Das sollten die Entscheider in der Aufsichtsbehörde bedenken.

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