Kommentar

Besondere Bedeutung

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Rolle des Wasserturms

Viele Mannheimer, die in Urlaub waren oder von einer Dienstreise zurückkommen, umrunden erstmal den Wasserturm – dann spüren sie: Jetzt sind sie daheim. Und wer etwas zu feiern hat, ob einen Fußball-Erfolg oder eine Hochzeit, tut das oft am Friedrichsplatz. Als 1956 das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kupferdach mit einer modernen Kugel verunziert werden sollte, brach ein Sturm der Entrüstung los. Nur so wurde der historische Wiederaufbau erkämpft.

Das alles zeigt, mehr noch als die offizielle Funktion als Wahrzeichen, dass der Wasserturm ganz tief drinnen verankert ist im Herzen der Mannheimer. Seit 1987 steht er unter Denkmalschutz, als Kulturdenkmal besonderer Bedeutung. Für die Menschen hier hat er die besondere Bedeutung schon länger.

Alle müssen mitziehen

Was eine besondere Bedeutung hat, dafür muss auch mit besonderen Mitteln gekämpft werden. Dass eine Expertin, persönlich zuständig für einen Milliardenetat von der Küste bis zu den Alpen, sich ein mögliches Zuschussobjekt vor Ort ansieht, ist sicher ungewöhnlich. Gute persönliche Beziehungen zu ihrem Mannheimer Abgeordnetenkollegen Löbel waren da ebenso hilfreich wie ihre familiären Wurzeln.

Dafür, dass sie sich offiziell noch nicht festlegen darf, hat sie schon sehr großzügiges Wohlwollen signalisiert. Am Ende wird es aber, wie bei dem auf gleiche Weise eingefädelten Zuschuss für die Generalsanierung des Nationaltheaters, darauf ankommen, dass die SPD-Abgeordneten und die Landesregierung mitziehen. Der Wasserturm wäre es wert!

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