Kommentar

Besonderer Geist

Archivartikel

Peter W. Ragge zum Verkauf der beiden Kliniken

Im Gesundheitswesen geht es schon lange nicht mehr in erster Linie um Menschlichkeit und tätige Nächstenliebe, sondern sehr viel, oft zu viel, um Geld. Da sind Ordenskliniken, obwohl auch nicht frei von Zwängen, noch eine wohltuende Insel.

Aber so sehr man menschlich stets mitfühlendes, spirituell-segensreiches wie zupackend-selbstloses Wirken von im tiefen christlichen Glauben geprägten Ordensschwestern bewundern kann – dieses Lebensmodell hat keine Zukunft mehr. Es gibt, zumindest in unserem Land, leider schlicht keinen Nachwuchs. Das mag man bedauern, aber die Konsequenz ist eben auch, dass sich nicht alle Ordenskliniken auf Dauer halten lassen. In einem härter werdenden Gesundheitsmarkt müssen daher die verbleibenden christlichen Häuser zusammenrücken.

Wenn alle Zusagen und Bekundungen eingehalten werden, haben Theresienkrankenhaus und Hedwig-Klinik Glück gehabt. Der Käufer ist zwar ein Konzern, aber christlich geprägt, er fällt unter den gleichen kirchlichen Tarifvertrag. Patienten dürfen also hoffen, dass der besondere Geist des Theresienkrankenhauses erhalten bleibt.