Kommentar

Besser argumentieren

Archivartikel

Peter Reinhardt zweifelt Hochschul-Forderungen an

Eigentlich haben die Hochschulen gerade ein gutes Umfeld für ihre Verhandlungen über die künftige Hochschulfinanzierung: Der Bund-Länder-Pakt spült zusätzliches Geld nach Baden-Württemberg – und das erstmals dauerhaft. Der Zeitdruck für Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist groß, weil ein Abschluss vor der Verabschiedung des Haushalts her muss. Und noch sind die Kassen das Landes gut gefüllt.

Die Landesregierung muss also aufpassen, dass sie keine Zugeständnisse macht, die sie bei konjunkturbedingt sinkenden Steuereinnahmen in den nächsten Jahren zu bereuen hätte. Vor diesem Hintergrund wundert das laute Wehklagen der Rektoren dann doch. Einen Beleg, dass die Gelder pro Student um ein Drittel gesunken sind, haben sie nicht geliefert. Plausibel ist die Behauptung jedenfalls nicht. Gerade der Wissenschaft verpflichtete Professoren müssen aufpassen, dass sie glaubwürdig argumentieren und nicht nur klappern um des Klapperns willen. Und vermessen klingt es, wenn sich die Hochschulen selbst als das „Herzstück des Landes“ bezeichnen.

Dennoch ist das gestern ausgesandte Signal interessant. Die verschiedenen Hochschularten machen im Kampf um mehr Geld gemeinsame Sache und wollen sich nicht mehr gegeneinander profilieren. Das ist sinnvoll, weil am Ende der Steuerzahler die Gesamtrechnung präsentiert bekommt. Jetzt müssen die Hochschulen noch lernen, dass es neben ihren berechtigten Mehrforderungen auch Finanzbedarf für Schulen, innere Sicherheit oder den Naturschutz gibt.

Zum Thema