Kommentar

Besser ohne Druck

Archivartikel

Detlef Drewes zu einheitlichen Ladekabeln in der EU

Der Sünder ist schnell ausgemacht: Es ist vor allem der US-Konzern Apple, der bisher alle Bemühungen um einen einheitlichen Standard für Aufladegeräte verhinderte. Natürlich geht es um wirtschaftliche Interessen.

Schließlich sorgte das Unternehmen mit seinen Ladekabeln nicht nur für ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, sondern auch für zusätzliche Einnahmen. Wer seine Apple-Geräte mit USB-Kabeln nutzen will, braucht einen passenden Adapter – und der kostet. Dass Apple auch nun wieder versucht, einen von der Europäischen Kommission verordneten Standard für künftige Anschlussbuchsen zu verhindern, liegt deswegen nahe.

Schließlich haben die Entwickler immer noch die Vision ihres Firmengründers Steve Jobs vor Augen, der schon 1999 von einer kabellosen Zukunft träumte. Da kann man Auflagen der EU nicht brauchen. Doch in Brüssel scheint man nun entschlossen, dem Berg an Elektroschrott den Kampf anzusagen. Dabei geht es nicht nur um Recycling, sondern vor allem um Vermeidung. Ladegeräte für Handys, Tablets, Laptops und e-Reader sind ein naheliegender Ansatzpunkt.

Die EU-Behörde wird dennoch alles versuchen, um einen Mittelweg zu gehen. Denn auch die Kommission weiß, dass eine Selbstverpflichtung, die dann aber auch hält, der bessere Weg wäre.