Kommentar

Bislang nur Worthülsen

Nachdem zuletzt die Nachricht, dass der Ausbau der Windkraft in Deutschland um 82 Prozent eingebrochen sei, für Aufregung gesorgt hatte, soll die Industrie nun also einen neuen Aufschwung erleben. Das suggeriert zumindest ein Großteil der Aussagen, die nach dem Krisengipfel im Wirtschaftsministerium getätigt wurden. Mehr Windräder. Weniger Beschränkungen. Mehr Effizienz in Genehmigungsverfahren. So lassen sich die schwammigen Forderungen von Branchenvertretern und Politikern zusammenfassen. Die täuschen aber nicht darüber hinweg, dass der Gipfel keine wirklich konkreten Ergebnisse gebracht hat. Vielmehr müssen nun endlich auch Taten folgen – und Fragen beantwortet werden.

Eine lautet etwa, weshalb – glaubt man der IG Metall – seit Beginn des vergangenen Jahres bis zu 10 000 Arbeitsplätze in der Windindustrie verloren gegangen sind. Mit solchen Zahlen lässt sich ein wirklicher Neuanfang nur schwer vermitteln.

Zudem müssen endlich Genehmigungsverfahren beschleunigt und mehr Rechtssicherheit geschaffen werden. Die Forderungen stehen nicht erst seit Kurzem im Raum – und entwickeln sich daher mit jeder weiteren Wiederholung mehr zur Lachnummer. Um ein glaubwürdiges Gefühl eines wirklichen Aufbrauchs zu erzeugen, braucht es mehr als nur Worthülsen.

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