Kommentar

Bittere Wahrheit

Jan Kotulla zum Hinterherfahren von Ferrari in der Formel 1

Nach dem Großen Preis von Kanada haben die Formel-1-Piloten bereits ein Drittel der Saison absolviert. Sah es bei den Tests noch nach einer Kampfansage aus Maranello aus, ist die Krise bei Ferrari nur noch tiefer. Die Scuderia bekommt das grundsätzliche Problem des fehlenden Abtriebs ihrer Boliden nicht in den Griff. Dieser Mangel zieht weite Kreise, beispielsweise schaffen es Sebastian Vettel und Charles Leclerc nicht einmal ansatzweise, die Reifen so auf Temperatur zu bekommen, wie es für Duelle mit den überlegenen Silberpfeilen nötig wäre.

Anscheinend sind die Ingenieure bereits in der Testphase in die falsche Richtung abgebogen. Dabei sind im Hochtechnologie-Sport Formel 1 die vielzitierten Kleinigkeiten entscheidend für Erfolg oder im Fall von Ferrari Misserfolg. Für die Italiener dürfte es extrem teuer und – falls überhaupt noch machbar – sehr zeitaufwendig werden, zurück auf Anfang zu gehen.

Die Zeichen stehen nicht gut für den Traditionsrennstall. Vielmehr sieht es so aus, als sei auch diese Saison schon gelaufen. Es kostet viel Mut, sich das einzugestehen und deshalb ab sofort komplett auf das nächste Jahr zu konzentrieren. Die Formel 1 könnte es aber womöglich ab 2020 spannender machen.

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