Kommentar

Bitterer Verlust

Alexander Müller zum Abstieg des Hamburger SV

 

Wegbeschreibungen ins Stadion des SV Sandhausen, Bilder mit der legendären Bundesliga-Uhr, die jetzt die neu angebrochene Zweitliga-Zeit anzeigt: Die Häme, die sich nach dem historischen Abstieg im Netz über den Hamburger SV ergießt, war vorhersehbar. Fraglos war die Quittung für die sportliche Misswirtschaft der vergangenen Jahre überfällig, zweifelsohne hatte der Europapokalsieger von 1983 den Faktor Glück längst überstrapaziert.

Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Bundesliga mit dem HSV und dem 1. FC Köln zwei große, emotionale Traditionsvereine verliert, die bitter fehlen werden. Nur noch wenige Clubs bewegen Fans in der gesamten Republik: natürlich der FC Bayern, Dortmund, Schalke, vielleicht noch Mönchengladbach – und eben die beiden Absteiger dieser Saison.

In einer Zeit, in der das Niveau vieler Bundesliga-Partien auf ein bedenkliches Niveau gesunken ist und die Frage der Attraktivität der deutschen Eliteklasse landauf landab diskutiert wird, schmerzt der Absturz zweier der letzten Zugpferde umso mehr. Es bleibt nur zu hoffen, dass sowohl Hamburg als auch Köln die richtigen Entscheidungen bei der notwendigen Neuaufstellung treffen – denn gerade im Fall des HSV wird der direkte Wiederaufstieg alles andere als ein Selbstläufer.

Zum Thema