Kommentar

Blau-schwarzes Aushängeschild

Archivartikel

Steffen Mack zum Ansehen des SV Waldhof in der Stadt

Mannheimer Jungs, Mannheimer Jungs, wir sind alles Mannheimer Jungs!“ Das stimmen die Waldhof-Fans gern an. Mit Recht. Im Bürgerbarometer zeigt sich, dass der Rückhalt für den Verein in der Stadt groß ist. Die Finanzhilfen fürs Stadion befürwortet zwar nur eine relativ knappe Mehrheit. Aber da das Steuergelder sind, die auch andere Stellen gut gebrauchen könnten, ist das kein Wunder.

Besonders beeindruckend wirkt die – noch deutlich größere – Mehrheit, die den SV Waldhof als positives Aushängeschild für die Stadt sieht. Und das nur zehn Monate nach der schwärzesten Stunde beim Spielabbruch gegen Uerdingen, als Schlagzeilen wie „Mannheimer Chaoten“ durchs ganze Land gingen.

Zum Glück wissen alle, dass sich solche Bilder nicht wiederholen dürfen. Auch Prügeleien, wie es sie kürzlich mitten am Tag in der Innenstadt mit Karlsruher Fans gab, sind dem Image nicht förderlich. Doch solche Probleme haben auch andere Vereine mit leidenschaftlichen Anhängern. Und dennoch sind diese Clubs – bestes Beispiel ist Eintracht Frankfurt, vor Jahren gar von den eigenen Fans zum „Randalemeister“ gemacht – beliebte Werbeträger ihrer Städte. Die Massenanziehungskraft des Fußballs hat nun mal keine andere Sportart.

Erfreulich ist für den SVW auch, dass er in allen Altersgruppen und sozialen Schichten Rückhalt hat. Sogar bei vielen „Mannheimer Mädels“. Das im Stadion schon lauthals zu besingen, wäre indes übertrieben.